Italien blockiert Polymarket erneut: Harte Linie gegen unlizensiertes Glücksspiel

Italien verstärkt seinen Kampf gegen unregulierte Glücksspielplattformen. Die italienische Zoll- und Monopolbehörde (ADM) hat den Prognosemarkt Polymarket zum zweiten Mal auf ihre Schwarzliste gesetzt, obwohl das Land allein im Dezember 2025 Bruttospielerträge von 333,7 Millionen Euro verzeichnete.
Die italienischen Behörden gehen weiterhin energisch gegen unregulierte Glücksspielanbieter vor. Die New Yorker Prognoseplattform Polymarket wurde von der italienischen Zoll- und Monopolbehörde (ADM) zum zweiten Mal auf ihre Schwarzliste gesetzt. Dies reiht Polymarket erneut in die Kategorie der Offshore-Wettfirmen ein, die keine italienische Lizenz besitzen. Der Regulierer betrachtet die Angebote von Polymarket als Glücksspiel, während die Plattform selbst dies stets als Finanzdienstleistungen deklariert. Diese erneute Blockade unterstreicht die Entschlossenheit Italiens, seinen regulierten Markt zu schützen und Lücken im System zu schließen.
Die Entscheidung folgt auf eine frühere Blockade Ende 2025, die Polymarket nach rechtlichen Schritten vor dem Regionalen Verwaltungsgericht von Latium, bekannt als TAR von Latium, im Dezember aufgehoben sah. Nun hat die ADM ihre ursprüngliche Position wiederhergestellt. Der Fall wurde an die Staatsanwaltschaft Rom weitergeleitet, um mögliche strafrechtliche Schritte zu prüfen.
Zahlen und Fakten
Italien ist einer der größten Wettmärkte Europas. Allein im Dezember 2025 erreichte der Bruttospielertrag (GGR) 333,7 Millionen Euro. In diesem Monat wurde auch ein neues Online-Regulierungssystem mit 46 Lizenzinhabern eingeführt. Dies zeugt von der Bedeutung eines klar abgegrenzten und lizenzierten Marktes. Die Sponsoring-Vereinbarung von Polymarket mit dem Serie-A-Club SS Lazio ist ebenfalls betroffen. Das Geschäft, das im April 2026 für die Saisons 2025 und 2026, 2026 und 2027 und 2027 und 2028 (mit Option für 2028 und 2029) abgeschlossen wurde, hatte einen Wert von 22 Millionen US-Dollar, was etwa 19 Millionen Euro oder 16 Millionen Pfund entspricht. Italienisches Recht verbietet Werbung für unlizenziertes Wetten, und Glücksspiel-Sponsorings sind seit dem „Dignity Decree“ von 2018 generell untersagt. Dies schafft ein erhebliches rechtliches Problem für den Fußballverein.
Hintergrund
Die erneute Maßnahme findet breite Unterstützung im regulierten Wettsektor Italiens. Stefano Tino, Geschäftsführer der Südeuropa-Operationen von Betsson, begrüßte die Entscheidung in einem LinkedIn-Beitrag. Er betonte die Ungleichheit, die entsteht, wenn lizenzierte Betreiber strenge Auflagen erfüllen müssen, während unlizenzierte Anbieter dies nicht tun. Tino hob hervor, dass lizenzierte Betreiber erhebliche Ressourcen in die Einhaltung von Anti-Geldwäsche-Vorschriften, Spielerschutzmaßnahmen und Steuerzahlungen investieren.
„Ich freue mich zu hören, dass Polymarket nun erneut auf die Schwarzliste der nicht autorisierten Glücksspiel-Websites in Italien der ADM gesetzt wurde. Ich gratuliere der italienischen Regulierungsbehörde dafür, dass sie einen Grundsatz bekräftigt hat, den ich für ein grundlegendes Prinzip jedes regulierten Marktes halte: Dieselben Regeln müssen für alle gelten.“ – Stefano Tino, Managing Director der Südeuropa-Operationen von Betsson
Die italienischen Behörden müssen nun einen Bericht an die Staatsanwaltschaft Rom senden, der die Grundlage für mögliche strafrechtliche Verfolgungen legt. In der Europäischen Union ist dies ein wiederkehrendes Thema. Auch die Niederlande gingen bereits gegen Polymarket vor, wobei die niederländische Glücksspielbehörde KSA ihre Drohungen bezüglich Bußgeldern gegen die Plattform aufrechterhielt. Dies zeigt einen europäischen Trend, Prognosemärkte und ähnliche Plattformen, die als Glücksspiel interpretiert werden können, stärker zu regulieren.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler bedeutet dieser Fall eine Bestätigung des strengen Kurses, den auch der deutsche Glücksspielmarkt fährt. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) hat in Deutschland einen klaren Rahmen geschaffen. Nur Anbieter, die von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) lizenziert sind, dürfen Online-Glücksspiele anbieten. Diese Anbieter stehen auf der sogenannten GGL-Whitelist. Alle anderen sind illegal.
Deutsche Spieler profitieren von umfassenden Spielerschutzmaßnahmen. Dazu gehören ein Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an Online-Spielautomaten und ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro für alle Anbieter zusammen. Das zentrale Überwachungssystem LUGAS erfasst spielübergreifend Einzahlungen und schützt vor übermäßigem Spielverhalten. Diese Maßnahmen sollen verhindern, dass Spieler in die Falle unregulierter Anbieter geraten, die keinerlei Schutz bieten. Der Fall Polymarket in Italien zeigt, wie wichtig es ist, dass Regulierungsbehörden konsequent gegen Grauzonenanbieter vorgehen, um die Legalität und Fairness des Marktes zu gewährleisten und Spieler zu schützen.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für GGL-lizenzierte Casinos sind solche Entwicklungen in anderen EU-Ländern durchaus positiv. Sie bestätigen den regulierten Weg, den Deutschland eingeschlagen hat. Wenn Behörden wie die ADM in Italien oder die KSA in den Niederlanden unautorisierte Plattformen blockieren, stärkt dies das Vertrauen in den lizenzierten Markt. Es schafft ein „Level Playing Field“, wie es Stefano Tino formulierte, und sichert den fairen Wettbewerb. GGL-Casinos investieren massiv in Compliance, Technologie für den Spielerschutz und die Einhaltung der strengen Auflagen. Jeder Schritt gegen unregulierte Anbieter festigt ihre Position und das Versprechen eines sicheren und verantwortungsvollen Spielerlebnisses. Die italienische Maßnahme ist ein Signal, dass der Druck auf unlizenzierte Operations auch weiterhin auf europäischer Ebene zunehmen wird.
Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
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