Uruguay plant Ende des Staatsmonopols für Online Casinos
KI-GENERIERTDer Branchenverband CUOASEC fordert eine umfassende Regulierung des Online-Glücksspiels in Uruguay, um Steuerhinterziehung zu stoppen und den Spielerschutz zu stärken.
In Uruguay bahnt sich eine grundlegende Wende auf dem Glücksspielmarkt an. Die Kammer der Betreiber und Vermieter von Casino- und Unterhaltungshallendienstleistungen, kurz CUOASEC, hat der Exekutive einen formellen Gesetzesentwurf zur Regulierung des Online-Glücksspiels vorgelegt. Der Verband, der erst Ende November 2025 gegründet wurde, vertritt namhafte Schwergewichte wie Codere und Baluma S.A., den Eigentümer des bekannten Enjoy Punta del Este. Mit diesem Schritt soll das bisherige Staatsmonopol, das Online-Sportwetten lediglich über Supermatch erlaubt, aufgebrochen und für private Anbieter geöffnet werden.
Die aktuelle Situation in dem südamerikanischen Land ist für lizenzierte Betreiber unbefriedigend. Während Landcasinos strengen Regeln unterliegen, agieren zahlreiche internationale Plattformen ohne lokale Genehmigung. Laut CUOASEC führt dies nicht nur zu massiver Steuerhinterziehung, sondern verzerrt auch den Wettbewerb. Der neue Vorschlag sieht vor, dass Online-Lizenzen exklusiv an Unternehmen vergeben werden, die bereits über eine Konzession für physische Spielstätten in Uruguay verfügen. Damit bliebe der Markt kontrollierbar und fest in den Händen etablierter Akteure, die bereits eine Infrastruktur vor Ort unterhalten.
Zahlen und Fakten
Ein zentraler Punkt des Vorhabens ist die Finanzierung von Sozialmaßnahmen. Ein geplanter Fonds innerhalb der Generaldirektion für Casinos soll mit einem Anteil zwischen 5 und 8 Prozent der Bruttoeinnahmen (Gross Gaming Revenue) gespeist werden. Dieses Geld ist zweckgebunden für die Prävention von Spielschäden und die Behandlung von Suchterkrankungen. Wer sich nicht an die neuen Spielregeln hält, dem drohen empfindliche Strafen. Die Bußgelder sollen sich zwischen 10.000 UYU (etwa 245 Euro) und 100.000 UYU (ca. 2.450 Euro) bewegen. Im Extremfall droht sogar der Entzug der Lizenz. Um die Transparenz zu erhöhen, schlägt CUOASEC zudem die Einführung einer nationalen Nutzerregistrierung und die verpflichtende Nutzung einer .bet.uy Domain vor.
Luis Gama, der Exekutivsekretär der CUOASEC, bringt jahrelange Erfahrung aus dem öffentlichen Sektor mit in seine neue Rolle. Er leitete von 2012 bis 2020 die Loterías y Quinielas, die Regulierungsbehörde des Wirtschaftsministeriums für Landcasinos und Online-Sportwetten. Gama betont die Notwendigkeit einer starken Stimme gegenüber dem Staat:
„Die Kammer strebt danach, eine Branchenstimme zu konsolidieren, die in der Lage ist, mit dem Staat in Dialog zu treten." - Luis Gama, Exekutivsekretär der CUOASEC
Hintergrund
Der Vorstoß kommt nicht aus dem Nichts. Bereits im August 2022 verabschiedete der Senat einen Gesetzesentwurf, der jedoch in der Abgeordnetenkammer stecken blieb. Uruguay hatte bereits im Jahr 2017 ein Gesetz erlassen, das den Betrieb ausländischer iGaming-Webseiten im Land untersagte. Dennoch floriert das illegale Angebot mangels effektiver Durchsetzungsmechanismen weiterhin. Der neue Vorschlag der CUOASEC geht hier deutlich weiter und fordert die Blockierung nicht autorisierter Plattformen sowie strikte Cybersicherheitsanforderungen und Mechanismen zum Selbstausschluss von Spielern. Damit möchte man die uruguayische Gesetzgebung an internationale Standards angleichen und gleichzeitig den Datenschutz und die Geldwäscheprävention stärken.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler hat die Entwicklung in Uruguay keine direkten Auswirkungen auf ihren Alltag, dient aber als spannendes Vergleichsbeispiel. In Deutschland ist der Markt seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) bereits umfassend reguliert. Wer hierzulande sicher spielen möchte, sollte ausschließlich Plattformen nutzen, die auf der offiziellen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen. Diese Anbieter halten sich an strikte Limits, wie das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro über das LUGAS-System und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei virtuellen Automatenspielen. Ähnlich wie in Uruguay nun vorgeschlagen, setzt Deutschland auf eine zentrale Sperrdatei (OASIS), um gefährdete Spieler zu schützen. Die uruguayischen Pläne für eine nationale Registrierung spiegeln diesen Trend zur Überwachung und Sicherheit wider, den wir in Deutschland bereits seit Jahren kennen.
Was das für GGL-Casinos heißt
Deutsche Betreiber mit GGL-Lizenz können die Entwicklungen in Uruguay als Bestätigung für einen weltweit steigenden Regulierungsdruck sehen. Die Forderung der CUOASEC, Lizenzen nur an erfahrene Landcasino-Betreiber zu vergeben, erinnert an frühere deutsche Modelle, wurde hier jedoch durch eine offenere, aber streng kontrollierte Konzessionsvergabe für Online-Spezialisten ersetzt. Für GGL-Casinos bedeutet die globale Professionalisierung, dass die Akzeptanz für legale, regulierte Angebote wächst, während der Druck auf Curacao- oder MGA-Anbieter ohne deutsche Lizenz durch technische Sperren und Zahlungsblockaden weiter zunimmt. Wer als deutscher Spieler auf unregulierten Seiten spielt, verzichtet auf den Rechtsschutz, den die GGL bietet.
Häufige Fragen
Wer hat den Gesetzesentwurf in Uruguay eingereicht?
Die Branchenvereinigung CUOASEC hat den Entwurf vorgelegt. Zu ihren Mitgliedern gehören große Betreiber wie Codere und Baluma S.A., die bereits Landcasinos betreiben.
Welche Maßnahmen gegen illegales Glücksspiel sind geplant?
Geplant sind die Blockierung nicht autorisierter Webseiten und eine exklusive .bet.uy Domain für Lizenznehmer. Zudem soll ein nationales Nutzerregister zur besseren Überwachung eingeführt werden.
Wie wird der Spielerschutz in Uruguay finanziert?
Ein fester Anteil von 5 bis 8 Prozent der Bruttoeinnahmen der Anbieter soll in einen Fonds fließen. Diese Mittel werden gezielt für die Suchtprävention und die Behandlung von Betroffenen eingesetzt.
Sind Sportwetten in Uruguay bereits legal?
Online-Sportwetten sind aktuell nur über den staatlichen Anbieter Supermatch erlaubt. Der neue Entwurf sieht jedoch eine Öffnung des gesamten Online-Marktes für private Casinobetreiber vor.
Was unterscheidet die Lage in Uruguay von Deutschland?
In Deutschland ist Online-Glücksspiel durch den GlüStV 2021 bereits bundesweit geregelt und für private Anbieter mit GGL-Lizenz offen. Uruguay befindet sich noch im Prozess, sein staatliches Monopol für Online-Casinos durch ein Lizenzsystem für private Betreiber zu ersetzen.
Teilen
Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
Alle Artikel von Lisa Lustich →Quellen & weiterführende Links
Whitelist erlaubter Online-Anbieter
Redaktionsrichtlinien Lustich.de
BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700
Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).
Verwandte Themen
Weiterführende Artikel
KI-GENERIERTArgentinien plant neue Glücksspielsteuer zur Förderung von Sportvereinen
Ein neuer Gesetzentwurf in Argentinien sieht eine gestaffelte Steuer von 5% bis 30% für Online-Wettanbieter vor, um lokale Nachbarschaftsclubs finanziell zu unterstützen.
KI-GENERIERTKenia startet erste staatliche National-Lotterie mit internationaler Hilfe
Kenia baut unter dem National Lottery Act von 2023 eine eigene Staatslotterie auf. Ein Konsortium unter Führung von RSM Eastern Africa berät nun bei der Auswahl des künftigen Betreibers.
KI-GENERIERTStrafzahlung für Booming Games: Ontario verbietet Autoplay-Funktion strikt
Der Spieleanbieter Booming Games muss eine Strafe von 70.000 CA$ zahlen, da in Ontario verbotene Autoplay-Funktionen bei Slot-Spielen aktiv waren.










