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Personalisierte Wetten per KI: Odditt und Optimove starten Kooperation

29. Juli 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Personalisierte Wetten per KI: Odditt und Optimove starten Kooperation

Die Partnerschaft zwischen Odditt und Optimove bringt täglich über 100.000 kontextualisierte Wetten direkt in die Spielerkommunikation und hebt Personalisierung auf ein neues technisches Level.

Die Welt der Sportwetten wird immer digitaler, doch oft krankt das Marketing noch an generischen Angeboten, die kaum einen Fan wirklich vom Hocker reißen. Wer kennt es nicht: Man interessiert sich brennend für die Bundesliga, bekommt aber ständig Angebote für Tischtennis in Asien oder Cricket-Turniere. Damit soll nun Schluss sein. Odditt, eine spezialisierte Content-Maschine für Sportwetten, hat sich mit Optimove zusammengeschlossen. Optimove ist vielen in der Branche als führende Lösung für das Engagement von Spielern bekannt. Gemeinsam wollen sie das Rad nicht neu erfinden, aber die Art und Weise, wie Wetten präsentiert werden, drastisch verändern. Es geht weg von der bloßen Quote hin zu einer Geschichte, die den Spieler dort abholt, wo sein Interesse liegt.

Stellen wir uns vor, ein Derby steht an. Normalerweise schickt ein Buchmacher eine E-Mail mit dem Inhalt "Hier sind die Quoten für das Spiel". Das ist langweilig und landet oft direkt im Papierkorb. Die neue Partnerschaft ermöglicht es Betreibern nun, Odditts sogenannte story-driven Bets direkt in die Kommunikation einzubetten. Das bedeutet, dass der Algorithmus nicht nur weiß, wem er schreibt, sondern auch, was er inhaltlich anbietet. Es ist die Verbindung aus technischer Reichweite und redaktioneller Tiefe, die hier den Ausschlag geben soll.

Zahlen und Fakten

Die schiere Masse an Daten, die hier bewegt wird, ist beeindruckend. Odditt generiert nach eigenen Angaben mehr als 100.000 kontextualisierte Parlays (Kombiwetten) und Einzelwetten pro Tag. Dabei deckt das System 115 Ligen in 45 verschiedenen Ländern ab. Um diese Tipps so präzise wie möglich zu gestalten, greift die Engine auf über 25 Jahre historische Daten zurück. Kombiniert wird dieser enorme Wissensschatz mit über 900 Wettmärkten. Doch Statistik allein reicht heute nicht mehr aus. Das System bezieht Echtzeit-Kontext in die Berechnungen ein. Dazu gehören Faktoren wie das aktuelle Wetter am Spielort, historische Rivalitäten zwischen Clubs oder aktuelle Storylines rund um einzelne Spieler, etwa Verletzungen oder Siegesserien.

Matt Bresler, CEO und Mitbegründer von Odditt, fasst das Problem der Branche treffend zusammen. Er beobachtet, dass viele Marketingteams zwar genau wissen, wann und über welchen Kanal sie einen Kunden kontaktieren müssen, aber beim eigentlichen Inhalt scheitern.

„Die meisten Marketingteams sind dank leistungsstarker Lösungen wie Optimove sehr gut darin, zu wissen, mit wem sie wann und wo sprechen müssen. Wo die meisten stecken bleiben, ist der Inhalt der Nachricht. Optimove sendet die Nachricht, und gemeinsam stellen wir sicher, dass sie eine geschichtenbasierte Wette enthält, die um das herum aufgebaut ist, was den jeweiligen Spieler tatsächlich interessiert. Das ist der Unterschied zwischen einer Werbeaktion, die jemand ignoriert, und einer Empfehlung, die ihn zum Handeln inspiriert.“ - Matt Bresler, CEO von Odditt

Hintergrund

Optimove nutzt bereits sogenannte AI Decisioning Agents. Diese künstliche Intelligenz entscheidet autark, welcher Spieler welchen Kanal bevorzugt und welcher Tonfall in der Nachricht am ehesten zu einer Reaktion führt. Neu ist nun, dass Odditt den fehlenden Baustein liefert: die konkrete Wette. Bisher war Optimove die Poststelle, jetzt liefert Odditt den maßgeschneiderten Briefinhalt. Die Integration erfolgt über APIs und Widgets, was eine schnelle Skalierung ermöglicht. Aktuell konzentriert sich die Live-Phase der Partnerschaft auf den E-Mail-Versand, doch Push-Benachrichtigungen und In-App-Erfahrungen sollen zeitnah folgen. Meryl Serouya von Optimove betont, dass man damit eine neue Ebene der Relevanz erreiche, die über reine Rabatte oder Boni hinausgeht.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Kunden, die bei einem Anbieter mit GGL-Lizenz (Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder) registriert sind, ist dieses Thema besonders spannend. Der deutsche Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) setzt enge Grenzen für Werbung und Spielerschutz. Werbeaktionen müssen klar als solche erkennbar sein und dürfen sich nicht an gesperrte Spieler richten. Da Deutschland mit LUGAS ein zentrales Überwachungssystem für das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro und die anbieterübergreifende Spielsperre nutzt, müssen solche personalisierten Kampagnen technisch perfekt integriert sein.

Individuelle Angebote können helfen, das Spiel innerhalb der Limits interessanter zu gestalten, ohne den Spieler zu riskantem Verhalten zu verleiten. Das strikte Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin im Casino-Bereich gilt zwar nicht direkt für Sportwetten, aber die Transparenz ist hier das A und O. Personalisierte Wetten könnten theoretisch dazu führen, dass Spieler öfter zur App greifen. Hier greifen jedoch die strengen deutschen Regeln zum Sozialkonzept und zur Früherkennung von Spielsucht. Ein Algorithmus, der "weiß", was ich mag, muss in Deutschland immer auch die Bremse kennen, wenn das Spielverhalten problematisch wird.

Was das für GGL-Casinos heißt

Anbieter auf der Whitelist der GGL stehen unter permanenter Beobachtung. Ein solches Tool zur Personalisierung bietet Chancen, aber auch Risiken. Positiv ist, dass legale Anbieter sich durch hohe Qualität und Relevanz von dubiosen Schwarzmarkt-Anbietern aus Curacao oder Asien abheben können. Wer legal operiert, muss den Kunden einen Mehrwert bieten, der über die reine Quote hinausgeht. Die Verknüpfung von Odditt und Optimove könnte GGL-Betreibern helfen, ihre Kommunikation smarter zu gestalten, anstatt wahllos Bonusangebote in den Markt zu drücken.

Technisch gesehen müssen diese Systeme mit den deutschen Sperrdatenbanken harmonieren. Wenn ein System wie Optimove erkennt, dass ein Spieler in den letzten 30 Tagen sein LUGAS-Limit fast erreicht hat, sollte die KI idealerweise defensiver agieren. Die Zukunft des deutschen Marktes liegt in der Balance zwischen technischer Innovation und dem strikten Spielerschutz, den die Behörde in Halle einfordert. Wer hier als Betreiber die richtige Mischung aus Unterhaltung durch Storytelling und Verantwortung findet, wird langfristig Erfolg haben.

Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

Erwähnte Unternehmen:OddittOptimove

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