Illegaler Glücksspielmarkt in der EU erreicht 91,6 Milliarden Euro

Der illegale Online-Glücksspielmarkt in der EU erreichte 2025 schwindelerregende 91,6 Milliarden Euro. Die Europäische Casino Vereinigung (ECA) fordert erweiterte Befugnisse für Europol.
Der illegale Online-Glücksspielmarkt, der auf EU-Verbraucher abzielt, ist 2025 auf 91,6 Milliarden Euro angewachsen. Die Europäische Casino Vereinigung (ECA) schlägt Alarm. Die Organisation fordert eine deutliche Stärkung der Befugnisse von Europol, um die wachsende Bedrohung einzudämmen. Die ECA sieht darin nicht nur ein Problem für die Finanzen, sondern auch für den Spielerschutz. Die nationalen Regulierungsbehörden können allein kaum etwas ausrichten.
Diese alarmierenden Zahlen wurden auf einer Diskussionsrunde im Europäischen Parlament vorgestellt. Dort wurde klar: der Kampf gegen illegales Glücksspiel verschärft sich. Staaten verlieren Milliarden an Steuereinnahmen. Spieler geraten in Gefahr, wenn sie auf unregulierten Seiten landen.
Zahlen und Fakten
Der Wert des illegalen Online-Glücksspielmarktes in der EU lag 2025 bei geschätzten 91,6 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anstieg von rund 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese neuen Zahlen, veröffentlicht von Gambling Compliance International im Auftrag der ECA, übertrafen die zuvor erwarteten 80 Milliarden Euro für 2024. Die EU-Mitgliedstaaten entgingen dadurch schätzungsweise 22,9 Milliarden Euro an Steuereinnahmen. Mehr als 6.200 illegale Betreiber zielen aktiv auf europäische Verbraucher ab.
Erwin van Lambaart, Vorsitzender der European Casino Association und CEO von Casinos Austria sowie der Österreichischen Lotterien, betonte die Dringlichkeit der Situation. Er präsentierte die aktuellen Daten der Gambling Compliance International Studie.
„Die Daten für 2025 lassen keinen Zweifel: Illegales Online-Glücksspiel wächst grenzüberschreitend rasant. Es setzt Spieler, insbesondere junge Erwachsene, Risiken aus, entzieht den Steuerbehörden Einnahmen und untergräbt das Vertrauen in den regulierten Markt. Illegale Betreiber können EU-Verbraucher ohne Schutzmaßnahmen oder Aufsicht erreichen.“ - Erwin van Lambaart, Vorsitzender der European Casino Association und CEO von Casinos Austria und Austrian Lotteries
Van Lambaart plädiert für eine bessere Koordination zwischen den Strafverfolgungsbehörden. Auch Finanzermittlungsstellen und Branchenexperten müssten enger zusammenarbeiten. Er sieht das Problem im Zusammenhang mit Geldwäschebekämpfung.
Hintergrund
Die Diskussion fand im Europäischen Parlament in Brüssel statt. Lukas Mandl, Mitglied des Europäischen Parlaments, war der Gastgeber der Gesprächsrunde. Vertreter der Europäischen Kommission, der Anti-Geldwäsche-Behörde (AMLA), von Eurojust und der Gemeinsamen Parlamentarischen Kontrollgruppe für Europol nahmen an der Debatte teil. Ebenso anwesend waren nationale Glücksspielregulierungsorgane und Branchenvertreter. Die Runde diskutierte, wie die grenzüberschreitende Natur des illegalen Glücksspiels besser bekämpft werden kann.
Ein zentrales Thema war die Reform des Europol-Mandats. Dies würde der europäischen Polizeibehörde mehr Möglichkeiten im Kampf gegen organisierte Kriminalität geben. Illegales Glücksspiel ist längst nicht mehr nur ein Glücksspielproblem. Es ist eng mit Geldwäsche, Verbraucherschutz und dem Missbrauch digitaler Mittel verbunden. Die Unterscheidung zwischen reguliertem Markt und illegalen Angeboten ist entscheidend. Ein „Grauer Markt“ existiert für die ECA nicht. Ein Betreiber ist entweder lizenziert oder illegal.
Lizenzierte Betreiber müssen sich an strenge Gesetze halten. Dazu gehören Spielerschutz, Anti-Geldwäsche-Maßnahmen und verantwortungsvolles Spielen. Illegale Anbieter umgehen diese Auflagen. Sie bieten oft aggressive Bonusse an. Alters- und Identitätskontrollen sind oft schwach oder fehlen ganz. Zudem gibt es keine verlässlichen Beschwerdestellen. Spieler sind hier einem höheren Risiko ausgesetzt. Für die EU-Behörden ist die schnelle und effiziente Zusammenarbeit entscheidend. Schnellerer Datenaustausch und Zahlungsunterbrechungen sind notwendig.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler ist der Kampf gegen illegales Online-Glücksspiel von großer Bedeutung. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) hat einen regulierten Rahmen geschaffen. Dieser schützt Spieler in Deutschland. Casinos, die eine deutsche Lizenz von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) besitzen, sind die einzigen legalen Anbieter. Diese Casinos sind an strenge Regeln gebunden. Dazu gehören ein Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Spielautomaten. Zudem gibt es ein Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat. Das bundesweite Sperrsystem LUGAS schützt Spieler zusätzlich. Es verhindert die gleichzeitige Teilnahme an mehreren Glücksspielangeboten.
Spieler, die bei nicht-GGL-lizenzierten Anbietern spielen, begeben sich auf unsicheres Terrain. Diese Anbieter halten sich nicht an deutsche Gesetze. Sie bieten oft keine ausreichenden Spielerschutzmaßnahmen. Auch der Rechtsweg ist bei Problemen schwierig. Die Bemühungen der ECA unterstreichen die Notwendigkeit, sich ausschließlich bei GGL-Casinos anzumelden. Das schützt vor Betrug und Manipulation.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für GGL-lizenzierte Casinos bedeuten diese Entwicklungen eine Bestätigung ihrer Arbeit. Sie agieren in einem regulierten und sicheren Umfeld. Die strengen Auflagen des GlüStV 2021 fördern verantwortungsvolles Spielen und Transparenz. Sie schützen vor Geldwäsche und Betrug. Die wachsende Bedrohung durch illegale Anbieter zeigt, wie wichtig der regulierte Markt ist. GGL-Casinos können sich als sichere und integre Alternative positionieren. Sie profitieren von den Bemühungen auf europäischer Ebene. Eine stärkere Durchsetzung gegen illegale Anbieter stärkt den legalen Markt. Es schafft gleiche Wettbewerbsbedingungen. Die Bündelung der Kräfte auf EU-Ebene könnte also auch den legalen deutschen Markt weiter festigen und das Vertrauen der Spieler stärken.
Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
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