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US-Staaten erhöhen Druck auf Prognosemärkte: Neue Steuern und Konflikte

02. Juli 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
US-Staaten erhöhen Druck auf Prognosemärkte: Neue Steuern und Konflikte

North Carolina und New Jersey führen neue Steuern auf Prognosemärkte ein. Allein in North Carolina entgehen Staaten über 600 Millionen US-Dollar an Steuereinnahmen durch unregulierte Prognosemärkte pro Jahr.

Gesetzgeber in North Carolina und New Jersey treiben Gesetzesentwürfe voran, die Prognosemärkte (prediction markets) besteuern sollen. Damit folgen sie Illinois, das als erster US-Staat bereits eine Steuer auf diese föderal regulierten Plattformen eingeführt hat. In North Carolina wurde ein Haushaltsbericht in beiden Kammern verabschiedet, der eine 6-prozentige Steuer auf die Nettohandelsgebühreneinnahmen von Prognosemärkten vorsieht. New Jersey hat separate Gesetzesvorschläge vorgelegt, die eine 9-prozentige Zusatzsteuer für Betreiber von Prognosemärkten einführen würden. Diese Entwicklungen spiegeln das wachsende Interesse der US-Staaten wider, aus Glücksspielen Einnahmen zu generieren und gleichzeitig die Regulierungslücke dieser Märkte zu schließen.

Zahlen und Fakten

North Carolina hat einen Haushaltsbericht gebilligt, der eine 6-prozentige Steuer auf die Nettohandelsgebühreneinnahmen von Prognosemärkten vorsieht. Der Vorschlag beinhaltet keine staatliche Lizenzierung oder Regulierung für Prognosemärkte, im Gegensatz zu Illinois. Stattdessen würden Plattformen wie Kalshi unter der Aufsicht der CFTC (U.S. Commodity Futures Trading Commission) bleiben, aber staatliche Steuern zahlen. Gleichzeitig erhöht North Carolina die Steuer auf Online-Sportwetten von 18 Prozent auf 23 Prozent. Auch New Jersey plant eine 9-prozentige Zusatzsteuer auf Einnahmen aus dem Betrieb von Prognosemärkten durch entsprechende Gesetzesentwürfe (Senate Bill 4447 und Assembly Bill 5336).

Interessant ist hier der Konflikt mit der ursprünglichen Fassung der New Jersey-Gesetzesentwürfe. Diese sahen ein umfassendes Regulierungsrahmenwerk für Prognosemärkte vor, ähnlich den Sportwettenanbietern. Demnach hätten Betreiber wie Kalshi eine Lizenz von der New Jersey Division of Gaming Enforcement benötigt, die staatliche Sportwettensteuer von 19,75 Prozent zahlen müssen, plus einen Aufschlag von 10 Prozent. Diese weitreichenden Vorschriften wurden nun deutlich reduziert. Staaten verlieren laut der American Gaming Association (AGA) über 600 Millionen US-Dollar an Steuereinnahmen durch Wetten auf unregulierte Prognosemärkte. Kalshi meldete alleine im Februar 2026 Wetten im Wert von fast 1,9 Milliarden US-Dollar auf College-Basketball. Sportwettenanbieter in North Carolina zahlten 2025 über 132 Millionen US-Dollar Steuern. Der Prognosemarkt hatte 2025 ein geschätztes Gesamtvolumen von 44 Milliarden US-Dollar.

Hintergrund

Prognosemärkte funktionieren ähnlich wie Glücksspiel-Apps und -Websites, unterliegen aber einer anderen Regulierung. Sie werden in den USA von der CFTC auf Bundesebene beaufsichtigt und nicht von den einzelnen staatlichen Glücksspielaufsichtsbehörden. Dies ermöglicht Wettern aus allen Staaten die Teilnahme, auch aus jenen, in denen Sportwetten noch illegal sind. Staaten wie Illinois, Maryland, Louisiana, New Jersey und North Carolina suchen nach Wegen, diese Märkte zu besteuern, um zusätzliche Einnahmen zu generieren. Die aktuelle Entwicklung in New Jersey folgt einem Rechtsstreit: Kalshi hatte im April eine vorläufige gerichtliche Verfügung gegen die Regulierungsbehörden von New Jersey erwirkt. Der Third Circuit befand, dass das Unternehmen wahrscheinlich Erfolg mit seiner Argumentation haben würde, dass der Commodity Exchange Act der CFTC die ausschließliche Zuständigkeit für seine föderal gelisteten Ereigniskontrakte gibt. Dieser Rechtsstreit läuft noch. Dieser juristische Clinch verdeutlicht die noch unklare Rechtslage und die Machtkämpfe zwischen Bundes- und Landesbehörden.

Quellen & weiterführende Links

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