Kambodscha will Gaming-Ruf mit Australien-Zusammenarbeit aufpolieren

Kambodscha arbeitet eng mit der australischen Glücksspielbehörde VGCCC zusammen, um seinen Ruf nach Skandalen um Betrugszentren zu verbessern. Premierminister Hun Manet sprach von einem „Krieg zur Wiederherstellung des Rufs“.
Kambodscha verstärkt seine Anstrengungen, den eigenen Glücksspielsektor zu regulieren und dessen Ansehen zu verbessern. Eine aktuelle Kooperation mit der Victorian Gambling and Casino Control Commission (VGCCC) in Australien soll dabei helfen, das Rahmenwerk für die Glücksspielaufsicht zu stärken. Die Zusammenarbeit wurde als „Krieg zur Wiederherstellung des Rufs“ nach Vorwürfen über Betrugszentren bezeichnet.
Die Regulierungsbehörden tauschten dabei Kenntnisse und Methoden aus. Kambodscha hofft, von Australiens Erfahrungen im Umgang mit ähnlichen Herausforderungen zu profitieren und Schwachstellen im eigenen System zu schließen.
Zahlen und Fakten
Im Rahmen der Bemühungen gegen Online-Betrug schloss Kambodscha kürzlich 91 Casinos, denen Unterstützung von Betrugsnetzwerken vorgeworfen wurde. Zuvor hatte China verstärkte Maßnahmen gegen grenzüberschreitendes Glücksspiel gefordert. Die Xinhua Nachrichtenagentur berichtete zudem von Razzien in 250 Online-Betrugszentren in den letzten neun Monaten. Über 13.000 ausländische Staatsangehörige, die mit Online-Betrugsoperationen in Phnom Penh in Verbindung standen, wurden ebenfalls ins Visier genommen. Diese Zahlen verdeutlichen das Ausmaß des Problems und die Notwendigkeit robusterer Regulierungsmaßnahmen.
Kambodscha, mit einer Bevölkerung von 16,3 Millionen und einem Territorium von über 181.000 Quadratkilometern, hat in den letzten Jahren ein stetiges Wirtschaftswachstum erlebt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf stieg 2019 auf über 1.600 US-Dollar, das Gesamt-BIP erreichte rund 27 Milliarden US-Dollar. Tourismus und Gastgewerbe sind nach der Textilindustrie die zweitgrößte Einkommensquelle des Landes. Im Jahr 2019 besuchten über 6,6 Millionen internationale Touristen Kambodscha, was einer zehnfachen Steigerung seit Beginn des Jahrhunderts entspricht.
Glücksspiel für kambodschanische Staatsbürger ist tatsächlich seit dem Gesetz zur Unterdrückung des Glücksspiels von 1996 offiziell illegal. Dennoch ist illegales Glücksspiel weit verbreitet. Für Ausländer wurde Casinospiel 1994 in der Hauptstadt Phnom Penh eingeführt. Eine Besonderheit ist dabei, dass das Glücksspiel innerhalb von 200 Kilometern um die Hauptstadt verboten wurde, mit Ausnahme von NagaWorld, dem einzigen Casino-Resort in Phnom Penh. Kambodscha verfügte 2014 über rund 50 Glücksspieleinrichtungen, eine Zahl, die sich auf etwa 120 erhöhte.
Ab Juli 2020 wurden mit einem Gesetz zur Regulierung des Glücksspiels neue Steuersätze eingeführt: 7 Prozent des gesamten Bruttospielertrags (Gross Gaming Revenue, GGR) für bestehende Betreiber. Für die Umwandlung in integrierte Resorts (IRs) gelten 7 Prozent des Massen-GGR und 4 Prozent des VIP-GGR, um Investitionen anzuziehen, was diese Steuersätze im asiatisch-pazifischen Raum sehr wettbewerbsfähig macht.
Hintergrund
Die Kooperation zwischen Kambodscha und Australien zielt darauf ab, „Erkenntnisse über Casino-Regulierung, Compliance und Durchsetzung, risikobasierte Ansätze und Initiativen für verantwortungsbewusstes Spielen auszutauschen“. Die VGCCC hat selbst eine Geschichte der Wiederherstellung ihres Rufs. Nach Kritik wurden in Victoria Junkets und Videoüberwachung verboten, ein Programm zur Meldung krimineller Aktivitäten eingeführt sowie die Zusammenarbeit mit AUSTRAC und der Polizei verstärkt. Diese Maßnahmen führten zu einem stärkeren und seriöseren Rahmenwerk. Kambodscha möchte eine ähnliche Entwicklung nehmen, um sich von einer Vergangenheit voller Kontroversen zu lösen.
„Wir schätzen Gelegenheiten, mit internationalen Kollegen zusammenzuarbeiten und Beziehungen zu stärken, die den Wissensaustausch, die kontinuierliche Verbesserung und eine effektive Regulierung unterstützen. Wir danken der CGMC-Delegation für ihr Engagement und freuen uns auf die fortgesetzte Zusammenarbeit in der Zukunft.“ – VGCCC, auf sozialen Medien
Der kambodschanische Premierminister Hun Manet gab kürzlich eine deutliche Warnung heraus. Er betonte, dass das Land einen „Krieg zur Wiederherstellung des Rufs“ führe. Die Vorwürfe, Kambodscha sei ein Zentrum des Betrugsnetzwerks in Südostasien, seien ernst zu nehmen. Er erklärte bei einer Wirtschaftskonferenz, dass Online-Betrug nicht nur eine neue Form der transnationalen Kriminalität sei, sondern auch eine informelle oder Grauwirtschaft schaffe, die Kambodschas Ruf und das öffentliche Vertrauen ernsthaft beeinträchtige. Kambodscha werde weiter dagegen ankämpfen.
Ein Beispiel für grenzüberschreitende Casino-Aktivitäten ist das Star Vegas Resort und Club in Poipet, das der in Australien gelisteten Donaco International Ltd. gehört. Neunzig Prozent der 5.000 täglichen Besucher stammen hier aus Thailand. Solche Grenzlagen sind typisch für kambodschanische Casinos, um die Einreise für ausländische Spieler zu vereinfachen.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler haben die Entwicklungen in Kambodscha keine direkten Auswirkungen. Die Regulierung des Online-Glücksspiels in Deutschland erfolgt ausschließlich über den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021), der eine strenge Lizenzierung durch die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) vorschreibt. Deutsche Spieler sollten ausschließlich auf der GGL-Whitelist gelistete Online-Casinos nutzen, da nur diese legale und sichere Spielumgebungen bieten.
Anbieter mit Lizenzen aus anderen Jurisdiktionen wie Malta (MGA) oder Curaçao sind in Deutschland für das Anbieten von Glücksspielen illegal. Die deutschen Vorschriften beinhalten unter anderem ein Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und ein Einsatzlimit von 1 Euro pro Spielrunde bei Automatenspielen. Außerdem werden die Spielaktivitäten der Nutzer über das zentrale Überwachungssystem LUGAS registriert und kontrolliert. Dies dient dem Spielerschutz und der Kriminalitätsbekämpfung.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für GGL-lizenzierte Casinos unterstreichen die Nachrichten aus Kambodscha die Bedeutung einer transparenten und strengen Regulierung. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 hat genau das zum Ziel: Spieler vor Betrug und Spielsucht zu schützen und gleichzeitig einen kontrollierten Markt zu schaffen. Die Bemühungen Kambodschas, seinen Sektor zu säubern, zeigen, wie wichtig es ist, von Anfang an klare Regeln und eine effektive Durchsetzung zu haben. GGL-Casinos profitieren von einem klaren rechtlichen Rahmen, der ihnen und den Spielern Sicherheit gibt. Schwarze Schafe, die nicht auf der GGL-Whitelist stehen, werden bekämpft, um die Integrität des Marktes zu wahren. Dies ist ein entscheidender Wettbewerbsvorteil für legale Anbieter.
Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
- Redaktionelle Methodik: Redaktionsrichtlinien Lustich.de
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