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Regulierung

Italienische Abgeordnete fordern 2% Abgabe auf Fußballwetten

8. Juli 20264 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Italienische Abgeordnete fordern 2% Abgabe auf Fußballwetten

Italienische Parlamentarier schlagen eine 2-prozentige Abgabe auf Fußballwetten vor. Dies könnte weitreichende Folgen für die Glücksspielbranche des Landes haben.

In Italien wird derzeit ein Gesetzesvorschlag diskutiert, der eine Abgabe von 2 Prozent auf Sportwetten im Fußball vorsieht. Dieser Schritt, initiiert von italienischen Abgeordneten, zielt darauf ab, zusätzliche Einnahmen zu generieren und könnte die finanzielle Landschaft der Wettanbieter und womöglich auch der Fußballvereine maßgeblich beeinflussen.

Die Diskussion um solche Abgaben ist in Europa nicht neu. Immer wieder versuchen Staaten, ihren Anteil an den Gewinnen der Glücksspielbranche zu erhöhen. Für die Betreiber von Sportwetten bedeutet dies oft eine Neubewertung ihrer Geschäftsmodelle und Margen. Am Ende könnten höhere Kosten auf die Spieler umgelegt werden, oder das Angebot würde unattraktiver werden.

Zahlen und Fakten

Italienische Abgeordnete treiben den Vorschlag einer 2-prozentigen Abgabe auf Fußballwetten voran. Dieser Prozentsatz mag auf den ersten Blick gering erscheinen. Allerdings kann eine solche Abgabe bei den enormen Wettumsätzen im Fußball erhebliche Summen generieren. Der genaue Verwendungszweck dieser potenziellen Einnahmen wurde noch nicht detailliert öffentlich gemacht, aber es wird erwartet, dass sie in den Staatshaushalt fließen oder zur Unterstützung des italienischen Sports verwendet werden könnten. Ein weiterer Aspekt ist, dass dies nur den Fußball betrifft. Andere Sportarten blieben von dieser Sonderabgabe unberührt.

Hintergrund

Der Vorstoß der italienischen Gesetzgeber ist kein Einzelfall. Viele europäische Länder ringen mit der Balance zwischen der Regulierung des Glücksspiels, dem Spielerschutz und der Generierung von Steuereinnahmen. Frankreich beispielsweise hat seit Jahren eine Wettsteuer, die ebenfalls einen Anteil der Einsätze oder Gewinne abschöpft. In Deutschland wurde mit dem neuen Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) ebenfalls eine weitreichende Regulierung eingeführt, die unter anderem eine Besteuerung von 5,3 Prozent auf die Einsätze bei virtuellen Automatenspielen und Online-Poker vorsieht. Solche Maßnahmen sollen oft auch den Kampf gegen den Schwarzmarkt stärken, indem sie regulierte Angebote attraktiver machen – ein Balanceakt, der nicht immer gelingt. Steuert man zu stark, wechseln die Spieler zu unregulierten Anbietern ohne Spielerschutz.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Direkt hat der italienische Gesetzesvorschlag keine Auswirkungen auf Spieler in Deutschland. Deutschland hat mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 ein eigenes, strenges Regelwerk geschaffen. Spieler in Deutschland können ausschließlich bei Online-Casinos spielen, die eine deutsche Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) besitzen. Diese Anbieter sind auf der sogenannten Whitelist der GGL gelistet.

Der GlüStV 2021 führte strikte Regeln ein: Ein Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Spielautomaten, ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Spieler über alle Anbieter hinweg und die Anbindung an das zentrale Überwachungssystem LUGAS. LUGAS stellt sicher, dass diese Limits eingehalten werden und schützt Spieler vor übermäßigem Spielverhalten. Casinos mit Lizenzen aus Malta (MGA) oder Curaçao sind in Deutschland illegal und bieten keinerlei Spielerschutz nach deutschem Standard.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für Online-Casinos mit GGL-Lizenz bedeutet dies, dass sie sich an die bestehenden deutschen Vorgaben halten müssen. Ein zusätzliches Steueraufkommen wie in Italien auf Fußballwetten ist derzeit nicht geplant, aber die Branche wird die Entwicklungen in anderen EU-Ländern genau beobachten. Jede neue Regulierung oder Besteuerung in einem EU-Mitgliedsstaat kann als Blaupause für andere Länder dienen. Die deutschen Regulierungen sind im internationalen Vergleich bereits sehr umfassend und restriktiv. Die Einhaltung der strengen Regeln, wie die 1-Euro-Spin-Grenze und das 1.000-Euro-Einzahlungslimit, ist für GGL-lizenzierte Anbieter oberstes Gebot. Das sichert den Spielerschutz, verringert aber auch die Attraktivität mancher Angebote für Spieler, die höhere Einsätze bevorzugen und so oft zum Schwarzmarkt abwandern. Ein Zitat verdeutlicht die Haltung der Regulierungsbehörden in Bezug auf den Spielerschutz:

„Unser Ziel ist es, einen sicheren und geschützten Glücksspielmarkt in Deutschland zu gewährleisten und gleichzeitig die Kanalisierung in legale Angebote zu fördern.“ - Benjamin Schwanke, Vorstandssprecher der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL)

Dies zeigt das Dilemma. Einerseits will man Einnahmen sichern und Spielerschutz bieten, andererseits muss das legale Angebot attraktiv genug sein, um gegen den Schwarzmarkt bestehen zu können. Die italienischen Pläne spiegeln den anhaltenden Diskurs innerhalb der EU wider, wie man einen fairen und sicheren Glücksspielmarkt gestalten kann, der gleichzeitig die fiskalischen Bedürfnisse der Staaten berücksichtigt.

Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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