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Kroatien erhöht Glücksspielabgaben für soziale Programme auf 214 Millionen Euro

3. Juli 20265 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Kroatien erhöht Glücksspielabgaben für soziale Programme auf 214 Millionen Euro

Kroatien lenkt in diesem Jahr 214 Millionen Euro aus Glücksspieleinnahmen in soziale Programme. Dies stellt eine deutliche Steigerung gegenüber den rund 130 Millionen Euro im vorherigen Zyklus dar, finanziert durch prognostizierte Einnahmen und Restmittel von 2025.

Kroatien hat eine signifikante Erhöhung der Glücksspielabgaben für soziale Programme beschlossen. Dies geschieht vor dem Hintergrund umfassender Reformen und einer verstärkten Bekämpfung der Glücksspielsucht im Land. Die Regierung will mit den zusätzlichen Mitteln gezielt zivilgesellschaftliche und gemeinnützige Initiativen unterstützen.

Die Entscheidung unterstreicht einen Trend zur stärkeren gesellschaftlichen Verantwortung im Glücksspielsektor. Besonders hervorzuheben ist, dass die kroatischen Behörden die Bedürfnisse öffentlicher Institutionen und zivilgesellschaftlicher Gruppen in den Mittelpunkt stellen, um die Lebensqualität im Land zu verbessern.

Zahlen und Fakten

Kroatien wird in diesem Jahr 214 Millionen Euro aus den Glücksspieleinnahmen für soziale Programme bereitstellen. Dies ist ein erheblicher Anstieg gegenüber den circa 130 Millionen Euro, die im vorherigen Zyklus dafür vorgesehen waren. Die Chefrednerin des Staates, Danijela Stepić, hat die Verteilung der Gelder bestätigt und sagte, ihr Büro sei ermächtigt worden, diese zu verwalten. Die Gesamtsumme setzt sich aus 144 Millionen Euro aus prognostizierten Glücksspieleinnahmen und 70 Millionen Euro aus nicht verwendeten Mitteln des Jahres 2025 zusammen.

Die Zuweisung erfolgt im Rahmen der jährlichen „Verordnung über die Kriterien für die Verteilung der Einnahmen aus Glücksspielen“. Die Mittel sind für Initiativen von öffentlichem Interesse vorgesehen. Dazu gehören Sport, Kultur, technische Bildung, Suchtprävention und -behandlung sowie soziale und humanitäre Dienste. Die Finanzierungsziele richten sich nach den Bedürfnissen der Zivilgesellschaft. So werden etwa Organisationen unterstützt, die mit Menschen mit Behinderungen arbeiten, und nicht-institutionelle Bildung für Kinder und Jugendliche gefördert.

„Analysen vorrangiger sektoraler Probleme.“ - Danijela Stepić, Chefrednerin des Staates

Dieses Zitat von Danijela Stepić unterstreicht den datengestützten Ansatz der Regierung bei der Mittelvergabe. Die Schätzungen der Gesundheitsbehörden gehen davon aus, dass rund 40.000 Erwachsene in Kroatien an schweren Glücksspielstörungen leiden. Die Regierung hat daher auch umfassende Reformen eingeführt, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken.

Hintergrund

Die höhere Zuweisung ist das Ergebnis einer umfassenderen regulatorischen Überarbeitung unter Premierminister Andrej Plenković und seiner HDZ-Regierung. Nach dem dritten Wahlsieg in Folge im Jahr 2024 beschleunigte das Kabinett die Änderungen des Glücksspielgesetzes (Games of Chance Act). Ziel war es, eine wachsende Glücksspielsuchtkrise anzugehen. Als erste Maßnahmen wurden Selbstbedienungsterminals in Cafés, Bars, Kiosken und Restaurants verboten. Wettbüros dürfen keinen Alkohol mehr ausschenken.

Anschließend erhöhte der Staat die Lizenzgebühren für Online- und landbasierte Betreiber um 50 Prozent. Eine gestaffelte Steuer auf Spielergewinne von 10 Prozent bis 30 Prozent wurde eingeführt. Im November führte die Regierung ein Selbstsperrregister ein, das alle Betreiber bis zum 1. Januar 2026 integrieren mussten. Das Registar Igrača System wird vom kroatischen Institut für öffentliche Gesundheit (HZJZ) verwaltet. Diese Maßnahmen zeigen eine klare Priorisierung des Spielerschutzes und der Prävention von Spielsucht. Es ist ein bemerkenswerter Schritt, wie stark Kroatien den Jugendschutz und die Suchtprävention in den Fokus rückt.

Zusätzlich zu diesen nationalen Anstrengungen haben sich Betreiber aus sieben Balkanländern, darunter Kroatien, in der Balkan Gaming Federation (BGF) zusammengeschlossen. Ihr Ziel ist es, die Branche zu konsolidieren und einen besseren Dialog mit den Regierungen zu führen, um eine ausgewogene Regulierung zu fördern und den illegalen Markt zu bekämpfen. Die BGF kritisiert, dass viele Regulierungsmaßnahmen die spezifischen Auswirkungen auf den legalen Markt nicht ausreichend berücksichtigen und zu einer „übermäßig restriktiven“ Regulierung führen können.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Deutsche Spieler bewegen sich in einem klar regulierten Umfeld. Seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) gibt es in Deutschland eine spezifische Rechtslage. Online-Glücksspiele sind nur bei Anbietern mit einer deutschen Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) legal. Diese Casinos stehen auf der sogenannten GGL-Whitelist. Alle dortigen Anbieter unterliegen strengen Regeln zum Spielerschutz und zur Suchtprävention.

Dazu gehören ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro, das über das zentrale Überwachungssystem LUGAS kontrolliert wird, sowie ein Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Online-Spielautomaten. Außerdem gibt es eine 5-sekündige Pause zwischen den Spins und eine Schaltfläche zur sofortigen Selbstsperre. Diese deutschen Schutzmechanismen gelten als umfassend und sollen Spielsucht effektiv vorbeugen. Angebote von Casinos mit Lizenzen aus Malta (MGA) oder Curaçao sind für deutsche Spieler weiterhin in einer rechtlichen Grauzone, da die deutschen Behörden nur GGL-Lizenzen als rechtskonform ansehen. Die kroatischen Maßnahmen ähneln in vielen Punkten den deutschen Bestimmungen, insbesondere im Bereich Spielerschutz und der Schaffung eines Selbstsperrregisters.

Was das für GGL-Casinos heißt

Die Entwicklungen in Kroatien spiegeln einen internationalen Trend wider: Regierungen erkennen die Notwendigkeit, Glücksspieleinnahmen in soziale Programme umzulenken und gleichzeitig den Spielerschutz zu verbessern. Für GGL-lizenzierte Casinos in Deutschland bedeutet dies, dass solche Modelle auch hier denkbar oder sogar ausbaubar sind. Aktuell fließen in Deutschland die Erträge aus Glücksspielabgaben, die von den lizenzierten Anbietern entrichtet werden, in die Länderhaushalte und werden dort unter anderem für soziale Projekte und Suchtprävention eingesetzt.

Die Transparenz und die konkrete Zweckbindung, wie sie Kroatien nun mit der Erhöhung auf 214 Millionen Euro praktiziert, könnten auch in Deutschland zu Diskussionen anregen. Eine klarere Kommunikation darüber, wie Glücksspieleinnahmen der Gesellschaft zugutekommen, könnte die Akzeptanz des regulierten Marktes weiter stärken. Für GGL-Betreiber bedeutet dies die Fortführung ihrer Bemühungen um einen verantwortungsvollen Umgang mit Glücksspiel und die Einhaltung höchster Standards im Spielerschutz. Nur so kann das Vertrauen der Spieler und der Öffentlichkeit erhalten bleiben und die Legitimität des regulierten Marktes untermauert werden.

Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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