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Iowa: Sportwetten-Markt seit 2019 reguliert, Schärfung der Gangart gegen illegale Anbieter

12. Juli 20265 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Iowa: Sportwetten-Markt seit 2019 reguliert, Schärfung der Gangart gegen illegale Anbieter

Iowa hat Sportwetten für über 21-Jährige zugelassen und reguliert sie seit dem 15. August 2019. Die dortige Racing and Gaming Commission kann künftig schärfer gegen unlizenzierte Betreiber vorgehen, eine Maßnahme, die auch Sweepstakes-Casinos ins Visier nimmt.

Der US-Bundesstaat Iowa hat einen klar strukturierten Sportwetten-Markt etabliert. Seit dem 15. August 2019 sind hier sowohl Vor-Ort-Wetten in lizenzierten Casinos und auf Rennstrecken als auch mobile Online-Wetten erlaubt. Die Aufsicht über diesen Markt obliegt der Iowa Racing and Gaming Commission (IRGC). Spieler müssen mindestens 21 Jahre alt sein und sich physisch im Bundesstaat Iowa aufhalten, um Wetten platzieren zu können.

Interessant ist die Entwicklung bei der Registrierung für Online-Accounts. Während anfangs eine persönliche Anmeldung vorgeschrieben war, wurde diese Pflicht zum 1. Januar 2021 abgeschafft. Seitdem ist die Remote-Registrierung möglich. Dennoch bleibt die Geolocation-Anforderung bestehen. Das bedeutet, bei jeder Wettplatzierung muss der Spieler ortsgebunden in Iowa sein.

Zahlen und Fakten

Am 13. Mai 2019 unterzeichnete Gouverneurin Kim Reynolds das Gesetz SF 617, das den Weg für die Legalisierung von Sportwetten ebnete. Nur wenige Monate später, am 15. August 2019, startete der Markt. Die Steuern auf die bereinigten Bruttoeinnahmen aus Sportwetten (Gross Gaming Revenue, GGR) liegen in Iowa bei 6.75 Prozent. Dieser Steuersatz wird vom Betreiber gezahlt, nicht vom Spieler. Spieler sollten sich stattdessen auf Quoten, Auszahlungsregeln und ihre persönlichen Einsatzlimits konzentrieren.

Ein aktuelles Gesetzesvorhaben, Senate File 2289 (SF 2289), stärkt die Durchsetzungsmöglichkeiten der IRGC. Dieses Gesetz, das beide Kammern einstimmig passiert hat und nur noch der Ratifizierung der Gouverneurin harrt, erlaubt der Kommission, gegen unlizenzierte Glücksspielanbieter vorzugehen. Zuvor war die IRGC bei unlizenzierten Anbietern auf öffentliche Warnungen beschränkt.

„Die Kommission kann alle anderen Maßnahmen ergreifen, die angemessen oder geeignet sind, einschließlich der Verhängung von Unterlassungsanordnungen und des Erwirkens von einstweiligen Verfügungen gegen eine Person, die Glücksspiele, Glücksspiel, Sportwetten oder illegale Gewinnspiele anbietet, ohne eine entsprechende Lizenz zu besitzen.“ - Aus dem Wortlaut von SF 2289

Dies betrifft insbesondere Sweepstakes-Casinos und unlizenzierte Daily Fantasy Sports (DFS)-Plattformen. Verstöße können als Straftat der Klasse D geahndet werden, und Einzelpersonen können von der Teilnahme am regulierten Glücksspiel in Iowa ausgeschlossen werden. Ähnliche Maßnahmen in Nevada führten zum Rückzug vieler Anbieter vom Markt.

Hintergrund

Die Regulierung des Glücksspielmarktes in den USA ist ein Flickenteppich. Jeder Bundesstaat legt seine eigenen Regeln fest, was zu erheblichen Unterschieden führt. Während Iowa Sportwetten und andere Glücksspielformen unter strenger Aufsicht zulässt, verschärfen andere Staaten wie Mississippi und Oklahoma ebenfalls ihre Gesetze gegen Sweepstakes-Casinos. Die Debatte um sogenannte Prediction Markets geht weiter, da unklar ist, ob sie unter Finanz- oder Glücksspielgesetze fallen sollen. Nevada geht zum Beispiel gegen Kalshi vor, weil das Unternehmen seine Sportwetten fälschlicherweise als in allen 50 Staaten legal vermarktet haben soll.

Auf Bundesebene gibt es ebenfalls Bestrebungen, die Gesetzgebung zu vereinheitlichen. Der sogenannte FULL HOUSE Act (S2230 und HR6985) ist ein überparteilicher Versuch, die Abzugsfähigkeit von Spieleverlusten wieder vollständig herzustellen. Zuvor hatte ein Gesetz von 2026, der One Big Beautiful Bill (PL119-21), eine zehnprozentige Kürzung der Abzugsfähigkeit eingeführt.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Die Entwicklungen in Iowa zeigen einen klaren Trend zur strengen Regulierung und zur Verfolgung illegaler oder unlizenzierter Glücksspielangebote. Für deutsche Spieler bedeutet dies, dass sie sich weiterhin auf den durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) geschaffenen legalen Rahmen verlassen sollten. Alle in Deutschland legalen Online-Glücksspielanbieter müssen eine Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) besitzen.

Diese Lizenz garantiert einen hohen Spielerschutz. Sie beinhaltet etwa ein Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an Spielautomaten und ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro, um problematisches Spielverhalten zu verhindern. Zudem sind alle lizenzierten Spieler über das System LUGAS (Länderübergreifendes Glücksspielaufsichtssystem) registriert. So wird sichergestellt, dass die Limits auch bei mehreren Anbietern eingehalten werden. Spieler sollten daher immer prüfen, ob ein Anbieter auf der amtlichen Whitelist der GGL steht. Angebote von Casinos aus Malta (MGA) oder Curaçao sind in Deutschland illegal und bieten keinen vergleichbaren Spielerschutz.

Was das für GGL-Casinos heißt

Die Situation in Iowa unterstreicht die Wichtigkeit einer klaren und durchsetzungsfähigen Regulierung. Für GGL-lizenzierte Casinos bedeutet dies, dass sie sich an die strengen Vorgaben des deutschen Marktes halten müssen. Das includes technische Anforderungen, Transparenzpflichten und Maßnahmen zum Spielerschutz. Die GGL überwacht den Markt ständig und greift entschieden gegen Verstöße durch. Ein gut regulierter Markt schützt nicht nur die Spieler, sondern schafft auch faire Wettbewerbsbedingungen für die legalen Anbieter.

Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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