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Spielerschutz

Glücksspiel-Werbung: ROGA führt neuen Verhaltenskodex für US-Betreiber ein

18. August 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Glücksspiel-Werbung: ROGA führt neuen Verhaltenskodex für US-Betreiber einKI-GENERIERT

Die Responsible Online Gaming Association (ROGA) setzt neue Standards für Marketing. Mitglieder müssen nun garantieren, dass 75 Prozent ihrer Zielgruppe volljährig sind.

In den Vereinigten Staaten vollzieht die Glücksspielbranche einen wichtigen Schritt in Richtung Selbstregulierung. Die Responsible Online Gaming Association, kurz ROGA, hat einen neuen freiwilligen Kodex für Marketing und Werbung veröffentlicht. Dieser Rahmen legt gemeinsame Standards fest, die für alle Mitglieder der Vereinigung verbindlich sind. Das Ziel ist klar formuliert: Der Schutz der Verbraucher im Sektor des regulierten Online-iGamings soll massiv gestärkt werden. Es geht nicht mehr nur darum, Werbung zu schalten, sondern dies auf eine Art und Weise zu tun, die den gesellschaftlichen Erwartungen an Sicherheit und Transparenz entspricht.

Der Kodex umfasst vier zentrale Säulen, die von den Betreibern strikt eingehalten werden müssen. Besonders im Fokus steht der Schutz von Minderjährigen. Die Betreiber verpflichten sich, Marketinginhalte so zu gestalten, dass sie keine Anziehungskraft auf Kinder oder Jugendliche ausüben. Ein entscheidender Faktor ist hierbei die Platzierung der Werbung. Marketingmaßnahmen dürfen nur auf Plattformen ausgespielt werden, bei denen sichergestellt ist, dass mindestens 75 Prozent des erwarteten Publikums das gesetzliche Mindestalter für Glücksspiel erreicht haben. Zudem ist Werbung auf dem Gelände von Hochschulen oder Universitäten sowie die Nutzung von minderjährigen College-Athleten als Werbegesichter untersagt.

Zahlen und Fakten

Die ROGA betont, dass die Standards nicht nur bloße Absichtserklärungen sind, sondern durchsetzbare Anforderungen darstellen. Ein wichtiger Aspekt betrifft die Genauigkeit der Darstellung von Gewinnchancen. Betreiber müssen sicherstellen, dass Quoten und mögliche Ergebnisse wahrheitsgemäß abgebildet werden. Ein striktes Verbot gilt für Formulierungen wie "risikofrei". Solche Begriffe suggerieren fälschlicherweise, dass Glücksspiel ohne finanziellen Verlust möglich sei. Die Vereinigung möchte verhindern, dass Wetten oder Casinospiele als eine Art finanzielle Strategie zur Geldvermehrung missverstanden werden, anstatt als reine Unterhaltung.

Ein weiterer moderner Bereich des Kodex widmet sich dem digitalen Marketing und Influencer-Kooperationen. Influencer, die mit ROGA-Mitgliedern zusammenarbeiten, müssen selbst volljährig sein. Außerdem ist eine klare Offenlegung der bezahlten Partnerschaft zwingend erforderlich. Damit reagiert der Verband auf die wachsende Bedeutung von sozialen Medien, in denen die Grenze zwischen privater Meinung und bezahlter Werbung oft verschwimmt. Influencer müssen sich zudem an die spezifischen Richtlinien für verantwortungsbewusstes Glücksspiel-Marketing halten, die von den Mitgliedern festgelegt wurden.

Hintergrund

Dr. Jennifer Shatley, die Exekutivdirektorin der ROGA, sieht in diesem Schritt eine notwendige Anpassung an die moderne Zeit. Die Art und Weise, wie Spieler mit Online-Angeboten interagieren, hat sich durch den technologischen Fortschritt radikal verändert. Werbeformate müssen mit diesen Veränderungen Schritt halten, um den Schutz der Spieler nicht zu gefährden.

„Technologie, digitale Plattformen und die Art und Weise, wie Spieler mit Online-iGaming interagieren, verändern sich ständig, und verantwortungsbewusste Marketingpraktiken müssen sich ebenfalls weiterentwickeln, um diesem Moment gerecht zu werden.“ - Jennifer Shatley, Exekutivdirektorin der ROGA

Neben den Inhaltsregeln sieht der Kodex auch technische Hürden vor. Mitglieder müssen ihren Kunden Ressourcen für verantwortungsbewusstes Spielen zur Verfügung stellen. Dazu gehört auch die Möglichkeit, den eigenen Zugang zu den Plattformen einzuschränken oder ganz zu widerrufen. Besonders wichtig ist die Anweisung an die Betreiber, keine Personen gezielt zu bewerben, die bereits Anzeichen von problematischem Spielverhalten gezeigt haben oder bei denen Bedenken hinsichtlich des Spielerschutzes bestehen.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für Spieler in Deutschland sind solche internationalen Entwicklungen hochinteressant, da sie oft Vorbildcharakter für globale Standards haben. In Deutschland ist der Markt seit dem Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags 2021 (GlüStV 2021) bereits sehr streng reguliert. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) führt eine Whitelist, auf der alle legalen Anbieter gelistet sind. Deutsche Spieler profitieren bereits von harten Regeln wie dem 1-Euro-Einsatzlimit pro Spin an virtuellen Automaten oder dem monatlichen Einzahlungslimit von 1.000 Euro über alle Anbieter hinweg.

Das zentrale Überwachungssystem LUGAS stellt sicher, dass diese Limits eingehalten werden und kein paralleles Spiel bei mehreren Anbietern möglich ist. Während der US-Kodex der ROGA auf Freiwilligkeit basiert, sind vergleichbare Regeln in Deutschland gesetzliche Pflicht. Deutsche Kunden sollten daher ausschließlich bei Anbietern mit GGL-Lizenz spielen, da nur dort die strengen Vorgaben zum Spielerschutz und zur Werbebeschränkung, wie sie nun auch die ROGA anstrebt, staatlich kontrolliert werden. MGA- oder Curacao-Casinos bieten diesen Schutz in der Regel nicht und operieren auf dem deutschen Markt illegal.

Was das für GGL-Casinos heißt

Deutsche Casinos mit GGL-Lizenz müssen bereits jetzt sehr präzise Werbevorgaben erfüllen. So ist Werbung zwischen 6 und 21 Uhr für Online-Glücksspiel im Rundfunk und Internet teilweise stark eingeschränkt. Der Vorstoß der ROGA zeigt, dass der Trend weltweit in Richtung deutscher Standards geht. Die GGL überwacht das Marketing der lizenzierten Unternehmen sehr genau, um sicherzustellen, dass keine Minderjährigen oder gefährdeten Gruppen angesprochen werden. Der Ausschluss von Begriffen wie "risikofrei", den die ROGA nun fordert, ist in Deutschland durch das Verbot irreführender Werbung längst gelebte Praxis. Lizenzierten Anbietern drohen bei Verstößen gegen diese Werberegeln empfindliche Bußgelder oder sogar der Entzug der Lizenz.

Häufige Fragen

Wer ist die ROGA und was hat sie veröffentlicht?

Die Responsible Online Gaming Association (ROGA) ist eine Vereinigung von Glücksspielbetreibern. Sie hat im August 2026 einen neuen freiwilligen Kodex für Marketing und Werbung veröffentlicht, der den Spielerschutz stärken soll.

Welche Altersgrenzen gelten für Werbung laut ROGA-Kodex?

Werbung darf nur auf Kanälen geschaltet werden, bei denen mindestens 75 Prozent des Publikums volljährig sind. Zudem ist Werbung auf dem Gelände von Colleges und die Zusammenarbeit mit minderjährigen Sportlern verboten.

Sind Begriffe wie risikofrei in der Werbung erlaubt?

Nein, der Kodex untersagt ausdrücklich Begriffe wie risikofrei, die den Eindruck erwecken könnten, Glücksspiel sei eine finanzielle Strategie. Marketing muss Quoten und Ergebnisse stets akkurat und wahrheitsgemäß darstellen.

Was müssen Influencer beachten, die für ROGA-Mitglieder werben?

Influencer müssen zwingend volljährig sein und ihre Geschäftsbeziehung zum Glücksspielunternehmen offenlegen. Sie sind zudem verpflichtet, die spezifischen Richtlinien für verantwortungsbewusstes Marketing einzuhalten.

Gilt dieser Kodex auch für deutsche Online-Casinos?

Der ROGA-Kodex betrifft primär US-Betreiber, aber in Deutschland gelten durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 bereits gesetzlich noch strengere Regeln. Deutsche Spieler sind durch die GGL-Lizenzierung, LUGAS und Einsatzlimits von 1 Euro pro Spin bereits umfassend geschützt.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

Erwähnte Unternehmen:ROGA

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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