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Everton trickst Glücksspiel-Verbot aus: Stake-Logo wandert von Brust auf Ärmel

3. Juli 20267 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Everton trickst Glücksspiel-Verbot aus: Stake-Logo wandert von Brust auf Ärmel

Der Everton FC hat seine Partnerschaft mit dem Offshore-Glücksspielbetreiber Stake erneuert. Das Logo wandert jedoch vom Trikot-Vorderseite auf den Ärmel, da das Verbot von Glücksspiel-Trikotsponsorings in der Premier League ab der Saison 2026 und 2027 näher rückt.

Die englische Premier League hat sich auf ein freiwilliges Verbot von Glücksspiel-Sponsoren auf der Vorderseite der Trikots geeinigt. Dieses tritt für die Saison 2026 und 2027 in Kraft. Der Everton FC zeigt nun, wie Vereine mit diesem Verbot umgehen: Der Glücksspielanbieter Stake, bisher Hauptsponsor auf der Trikotoberfläche, wird künftig als Ärmelsponsor auftreten. Eine geschickte Anpassung, die es dem Club ermöglicht, die Partnerschaft mit dem nicht in Großbritannien lizenzierten Betreiber fortzusetzen.

Die Vereinbarung wurde neu strukturiert, um das Stake-Logo auf den Ärmeln der Trikots zu platzieren. Diese Art des Sponsorings bleibt gemäß den neuen Regeln der Premier League weiterhin erlaubt. Stake wird außerdem seine Präsenz bei Everton Women-Spielen im Goodison Park, im neuen Hill Dickinson Stadium und auf dem Trainingsgelände des Vereins beibehalten.

Zahlen und Fakten

Everton und Stake arbeiten bereits seit 2022 zusammen. Die vorherige Vereinbarung soll einen Wert von rund 10 Millionen Pfund jährlich gehabt haben. Ab der Saison 2026 und 2027 übernimmt das britische Finanzdienstleistungsunternehmen CMC Markets das Trikot-Sponsoring auf der Vorderseite mit einem angeblichen Wert von rund 30 Millionen Pfund. Obwohl CMC Markets im Finanzbereich tätig ist, bietet das Unternehmen auch Finanzwetten an. Dies zeigt, wie Glücksspiel-bezogene Marken immer noch Sichtbarkeit in der Premier League unter den neuen Sponsoring-Regeln aufrechterhalten können. Elf der 20 Premier League-Clubs hatten in der vergangenen Saison Glücksspielunternehmen als Hauptsponsoren auf ihren Trikots.

Die fortgesetzte Partnerschaft von Stake mit Everton könnte jedoch weiterhin die Aufmerksamkeit der Regulierungsbehörden auf sich ziehen. Der Betreiber ist im Vereinigten Königreich nicht lizenziert. Die britische Glücksspielkommission (UKGC) äußerte bereits Bedenken hinsichtlich der Präsenz von Stake im Vereinigten Königreich, nachdem der Betreiber im März 2025 den regulierten Markt verlassen hatte. Der damalige White-Label-Partner TGP Europe hatte seine Lizenz zurückgegeben. Eine laufende Konsultation der britischen Regierung prüft derzeit, ob Vereine Partnerschaften mit Glücksspielbetreibern verbieten sollten, die nicht in Großbritannien lizenziert sind.

„Stake war in den letzten vier Saisons ein wichtiger Unterstützer von Everton, und diese Vereinbarung spiegelt sowohl die Stärke unserer Beziehung als auch das kontinuierliche Wachstum des kommerziellen Partnerportfolios von Everton wider.“, sagte Andrew Middleton, Präsident für Geschäftsabläufe beim Everton FC.

Hintergrund

Das freiwillige Verbot der Premier League wurde im April 2023 angekündigt, um Bedenken hinsichtlich der Werbung für Glücksspiele zu begegnen. Es zielt darauf ab, die Sichtbarkeit von Glücksspielmarken in einem der meistgesehenen Sportligen der Welt zu reduzieren. Trotz des Verbots auf der Trikotvorderseite bleiben Ärmelsponsorings, Partnerschaften für Trainingsbekleidung, regionale Wettgeschäfte und Stadionwerbung erlaubt. Dies führt dazu, dass viele Clubs kreative Wege finden, um ihre finanziellen Beziehungen zu den Wettanbietern aufrechtzuerhalten. Zum Beispiel kündigte Tottenham Hotspur eine neue Partnerschaft mit Betano als Sponsor für Trainingsbekleidung für die Saison 2026 und 2027 an. Auch Manchester United soll Berichten zufolge Gespräche mit Betway für ein ähnliches Sponsoring führen.

Die Problematik der nicht lizenzierten Betreiber ist nicht nur ein britisches Problem. Im Mai identifizierte Entain, Eigentümer von Ladbrokes und Coral, über 30 unregulierte Glücksspielseiten, die britische Verbraucher über Fußballsponsorings und soziale Medien ansprechen. Entain nannte Stake dabei explizit. Der Wettbewerbsdruck um Werbeflächen ist hoch.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler, die nach dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) in lizenzierten Online-Casinos spielen möchten, hat das Vorgehen des Everton FC keine direkten Auswirkungen. Der deutsche Glücksspielmarkt ist streng reguliert. Nur Anbieter, die auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen, dürfen in Deutschland Glücksspiele legal anbieten. Diese Lizenzierung bringt strenge Auflagen mit sich. Dazu gehören ein Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Online-Spielautomaten und ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro über das länderübergreifende Sperrsystem LUGAS. Offshore-Anbieter wie Stake, die keine deutsche Lizenz besitzen, sind in Deutschland illegal und haben hier keine Werbepräsenz im Fußball oder anderen Medien. Deutsche Spieler sollten ausschließlich bei GGL-lizenzierten Anbietern spielen, um rechtlichen Schutz und hohe Spielerschutzstandards zu gewährleisten. Das Beispiel Everton zeigt jedoch, wie findig die Glücksspielbranche ist, um trotz Verboten Werbemöglichkeiten zu finden.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für Casinos, die eine Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) besitzen, bedeutet der Fall Everton vor allem eine Bestätigung, dass die deutschen Regulierungen notwendig und wichtig sind. Die strengen Lizenzauflagen in Deutschland, insbesondere das Verbot von Werbung für nicht lizenzierte Anbieter, schützen Spieler effektiv vor Offshore-Betreibern. GGL-Casinos müssen sich an klare Regeln halten, auch bei Sponsoring oder anderen Marketingaktivitäten. Ein solches „Ausweichen“ auf Ärmel-Logos durch in Deutschland nicht lizenzierte Betreiber ist hierzulande nicht möglich. Die GGL überwacht den Markt genau. Werbung für illegale Anbieter kann schwere Strafen nach sich ziehen. Dies gibt lizenzierten Anbietern eine klare und faire Wettbewerbsgrundlage. Sie können sich auf ihre legalen Geschäftspraktiken und den Schutz ihrer Spieler konzentrieren.

Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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