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Regulierung

Dänemark zieht Wett-Werbung im Live-Sport stark an

Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Dänemark zieht Wett-Werbung im Live-Sport stark an

Dänemark plant strenge Regelungen für Glücksspielwerbung im Umfeld von Live-Sportübertragungen, inklusive eines "Whistle-to-Whistle"-Verbots. Der Gesetzentwurf soll die Bevölkerung weniger Glücksspielwerbung aussetzen und bis spätestens Januar 2027 in Kraft treten.

Dänemark bereitet neue Restriktionen für Glücksspielwerbung rund um Live-Sport vor. Das Ziel ist klar: die Sichtbarkeit von Wettmarketing erheblich zu reduzieren. Der aktuelle Entwurf sieht ein "Whistle-to-Whistle"-Verbot vor, das in der Praxis den Zeitraum von 10 Minuten vor und 10 Minuten nach einer Live-Übertragung abdeckt.

Diese Maßnahme ist Teil einer breiteren Initiative, die darauf abzielt, die dänische Bevölkerung, insbesondere Kinder und Jugendliche, besser vor den Auswirkungen von Glücksspiel zu schützen. Sollte der Entwurf in der geplanten Form verabschiedet werden, könnte er weitreichende Konsequenzen für die Glücksspielbranche im skandinavischen Land haben.

Zahlen und Fakten

Das geplante Verbot soll die Ausstrahlung von Glücksspielwerbung während des Zeitraums von 10 Minuten vor und 10 Minuten nach Live-Sportübertragungen unterbinden. Es wird erwartet, dass diese Regelung spätestens im Januar 2027 in Kraft tritt. Die dänische Glücksspielbehörde Spillemyndigheden hat im letzten Jahr 334 illegale Glücksspiel-Websites per Gerichtsbeschluss blockiert, was einem Anstieg von 70 Prozent gegenüber 2024 entspricht. Eine Studie ergab, dass im Jahr 2021 fast 500.000 dänische Erwachsene in gewissem Maße Glücksspielprobleme hatten, eine Verdopplung seit 2016. Fast 30.000 davon kämpften mit ernsthaften Problemen. Zudem waren 25.000 dänische Kinder und Jugendliche von Glücksspielschäden betroffen, davon 2.600 mit einem ernsten Problem. Im August erreichte Dänemark einen Bruttospielertrag (GGR) von 714 Millionen Dänischen Kronen, was sowohl im Jahres- als auch im Monatsvergleich einen Anstieg darstellt.

Regulatoren schenken sozialen Medien, Influencern und populären Streamern erhöhte Aufmerksamkeit, da diese Kanäle laut Spillemyndigheden oft für illegales Marketing genutzt werden. Anders Dorph, Direktor der dänischen Glücksspielbehörde Spillemyndigheden, betonte die Kooperation mit großen Tech-Unternehmen:

„Uns ist klar, dass illegale Anbieter Kanäle mit vielen Nutzern und Trend-Kanäle nutzen, um Kunden anzuziehen. Wir sehen illegale Anbieter in sozialen Medien und wie sie beliebte Streamer und Prominente einsetzen, um sie zu bewerben und ein sehr breites Publikum anzusprechen. Um illegales Glücksspiel und die Werbung für illegales Glücksspiel in sozialen Medien zu bekämpfen, kooperiert Spillemyndigheden mit Meta, Google, Apple und Twitch, um illegale Inhalte und Werbung, die das dänische Publikum ansprechen, zu entfernen.“ - Anders Dorph, Direktor der dänischen Glücksspielbehörde Spillemyndigheden

Er wies auch darauf hin, dass Streaming-Angebote von Wettanbietern, die bisher als "kleine Ergänzung" galten, bei Ausbau ihrer Rechte denselben Regeln unterliegen könnten wie herkömmliche Rundfunkanstalten. Morten Rønde, Direktor des dänischen Branchenverbands Spillebranchen, zeigte sich schockiert über die neuen Vorschriften und befürchtet einen Anstieg des Schwarzmarktes.

Hintergrund

Das dänische Parlament hat das "Spilpakke 1" verabschiedet, welches darauf abzielt, Glücksspielsucht vorzubeugen und den Schutz von Kindern und Jugendlichen zu stärken. Neben dem Werbeverbot im Live-Sport umfasst das Paket weitere Einschränkungen. Dazu gehören das Verbot der Anzeige von Live-Quoten in Stadien, die Einschränkung der Nutzung von Prominenten und Influencern in Glücksspielwerbung sowie das Verbot von "Gratisgeld-Spielen" als Willkommensboni. Glücksspielwerbung in öffentlichen Verkehrsmitteln und im Umkreis von 200 Metern um Schulen oder Bildungseinrichtungen wird ebenfalls untersagt. Personen unter 25 Jahren dürfen nicht in Glücksspielwerbung auftreten.

Das dänische Glücksspielgesetz wird geändert, um Altersfilter für Social-Media-Anzeigen vorzuschreiben, damit Inhalte nicht an Personen unter 18 Jahren gerichtet sind. Zudem erhalten Suchtbehandlungszentren zusätzliche Finanzmittel: 8 Millionen Dänische Kronen im nächsten Jahr, gefolgt von weiteren 3 Millionen im Jahr 2027, 5 Millionen im Jahr 2028, 2 Millionen im Jahr 2029 und 3 Millionen im Jahr 2030. Die Steuerministerin Ane Halsboe-Jørgensen äußerte dazu, dass dies der Beginn einer Auseinandersetzung mit einer Glücksspielindustrie sei, die lange Zeit zu viel Raum eingenommen habe. Die Regierung begründet die Maßnahmen mit der steigenden Zahl von Glücksspielproblemen in Dänemark.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Die Entwicklungen in Dänemark spiegeln einen europaweiten Trend wider, bei dem Regierungen versuchen, Glücksspielwerbung stärker zu regulieren und den Spielerschutz zu verbessern. Für deutsche Spieler bedeutet dies, dass der Fokus auf lizenzierte Anbieter weiter zunimmt. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) hat in Deutschland bereits strenge Regeln etabliert, die denen in Dänemark in Teilen ähneln oder sogar strenger sind. Deutsche Spieler sollten ausschließlich auf der amtlichen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) gelistete Online-Casinos nutzen. Diese Anbieter halten sich an strenge Auflagen wie das 1-Euro-Einsatzlimit pro Spin bei Spielautomaten und ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro, das über das zentrale Überwachungssystem LUGAS kontrolliert wird. Werbung ist ebenfalls stark eingeschränkt, insbesondere in Bezug auf Minderjährige und problematisches Spielverhalten. Während das dänische Verbot speziell auf Sportwettenwerbung abzielt, ist die Gesamtentwicklung ein klares Signal für mehr Spielerschutz und verantwortungsvolles Glücksspiel in ganz Europa. Spieler in Deutschland profitieren von diesen Entwicklungen, da der Markt zunehmend sicherer und regulierter wird.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für Online-Casinos mit deutscher GGL-Lizenz verstärkt die Entwicklung in Dänemark die Notwendigkeit, bereits die strengen Regeln des GlüStV 2021 konsequent einzuhalten und über die Einhaltung hinausgehend verantwortungsvolle Marketingstrategien zu entwickeln. Die GGL überwacht Werbung sehr genau und kann bei Verstößen empfindliche Strafen verhängen. Ein "Whistle-to-Whistle"-Verbot, wie es Dänemark einführt, existiert in Deutschland nicht explizit in dieser Form für Online-Casinos, jedoch sind Werbeeinschränkungen im Fernsehen und Radio zu bestimmten Sendezeiten bereits gegeben. Zudem dürfen GGL-Casinos keine aggressive oder irreführende Werbung betreiben und müssen jederzeit den Schutz von Minderjährigen und gefährdeten Spielern gewährleisten. Die dänischen Maßnahmen könnten als Präzedenzfall dienen und in Zukunft weitere Verschärfungen der Werberegulierung in anderen EU-Ländern, einschließlich Deutschland, nach sich ziehen. Casinos, die schon jetzt proaktiv auf Transparenz und strikte Einhaltung aller Vorgaben setzen, sind für solche potenziellen Entwicklungen besser gerüstet. Sie müssen zudem weiterhin eng mit der GGL zusammenarbeiten und deren Anforderungen erfüllen, um ihre Position auf dem deutschen Markt zu sichern.

Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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