WM-Tickets und leere Versprechen: ADI Predictstreet in der Kritik
KI-GENERIERTADI Predictstreet, offizieller FIFA-Partner, sieht sich Vorwürfen ausgesetzt, Weltcup-Ticketversprechen nicht eingelöst zu haben. Kunden beklagen verzögerte Auszahlungen und schlechten Support, während in Deutschland die GGL ermittelt.
ADI Predictstreet, bekannt als offizieller Vorhersage-Partner der FIFA Weltmeisterschaft 2026, steht schwer in der Kritik. Kunden berichten von nicht erhaltenen Preisen bei Ticket-Verlosungen, verzögerten Einzahlungen und mangelhaftem Kundenservice. Diese Beschwerden tauchten kurz nach dem Start einer großangelegten Werbekampagne rund um das Turnier auf. Die Vorwürfe werfen ein Schlaglicht auf die operationellen Herausforderungen des jungen Unternehmens.
Besonders brisant: Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) hat eine formelle Untersuchung eingeleitet, da ADI Predictstreet ohne deutsche Lizenz auf dem deutschen Markt Werbung betrieben haben soll. Dies könnte weitreichende Konsequenzen für den Anbieter haben, dessen Geschäftsmodell in Europa ohnehin rechtliche Grauzonen berührt.
Zahlen und Fakten
ADI Predictstreet schloss seinen FIFA-Vertrag bereits im April ab, noch bevor die Plattform voll funktionsfähig war. Kurz zuvor erhielt das Unternehmen eine Lizenz in Gibraltar. In Gibraltar ist ADI Predictstreet der erste lizenzierte Anbieter für sogenannte Prognosemärkte, die in vielen europäischen Ländern als Glücksspiel eingestuft werden. Zum Start der Weltmeisterschaft bewarb ADI Predictstreet einen Wettbewerb, bei dem Freikarten für Spiele zu gewinnen waren. Ein Krypto-Händler namens Felix Molaug erreichte nach eigener Aussage ein Handelsvolumen von etwa 17.000 Euro, was ihn für K.O.-Runden-Tickets qualifiziert hätte. Er gab an, die Tickets nie erhalten zu haben.
Die Beschwerden erstrecken sich auch auf verzögerte Einzahlungen und schlechten Kundensupport. Nutzer berichteten, dass die Gutschrift von Geldern auf Wallets Tage dauerte und Nachrichten an den Support unbeantwortet blieben. Das Unternehmen räumte in einem Discord-Post ein, dass Teile der Preisabwicklung noch verfeinert werden müssten. Ein Sprecher von ADI Predictstreet erklärte dazu:
„Als neuer Marktteilnehmer erkennen wir an, dass die Skalierung unserer Werbeaktivitäten betriebliche Herausforderungen mit sich brachte, und wir bestätigen, dass bestimmte Aspekte unserer Preisabwicklung verfeinert werden mussten." - Sprecher von ADI Predictstreet
Demgegenüber profitierte Kalshi, ein anderer Anbieter auf dem Progonosemarkt, stark von der FIFA-Partnerschaft. Nutzer, die in den USA auf ADI Predictstreet zugreifen wollten, wurden auf Kalshis Plattform umgeleitet. Innerhalb von 30 Tagen bis zum 8. Juni verzeichnete Kalshi ein Handelsvolumen von über 34,5 Milliarden Euro. Das war mehr als doppelt so viel wie die rund 15,4 Milliarden Euro im gleichen Zeitraum vor der Weltmeisterschaft. Sportveranstaltungen sowie Kombi- und Parlay-Wetten machten 87 Prozent dieses Volumens aus, was den Einfluss des Turniers unterstreicht.
Hintergrund
ADI Predictstreet ist Teil von International Holding, einem Konglomerat unter der Leitung von Scheich Tahnoon bin Zayed Al Nahyan. Das Geschäftsmodell der sogenannten Vorhersagemärkte, bei denen auf den Ausgang zukünftiger Ereignisse gewettet wird, ist in vielen Teilen Europas rechtlich umstritten. Während es in den USA oft als Finanzinstrument diskutiert wird, gilt es in Deutschland als Glücksspiel. Die GGL hat bereits eine formelle Untersuchung gegen ADI Predictstreet eingeleitet, weil die Marke während der Weltmeisterschaft prominent auf Bandenwerbung bei Live-Übertragungen zu sehen war, auch bei deutschen Sendern wie KiKa, ohne über eine gültige Glücksspiellizenz in Deutschland zu verfügen. ADI Predictstreet bestreitet, den deutschen Markt gezielt beworben zu haben, und führt die Sichtbarkeit auf globale Sponsoring-Vereinbarungen zurück. Gleichwohl hat die GGL angekündigt, auch die Zugänglichkeit der Angebote für deutsche Spieler zu prüfen.
Neun europäische Regulierungsbehörden haben erst kürzlich eine koordinierte Aktion gegen unlizenzierte Vorhersagemärkte gestartet, da diese in keinem europäischen Markt, außer Gibraltar, offiziell reguliert sind. Auch andere Anbieter wie Polymarket und Kalshi wurden in Europa, so auch vom spanischen Regulator DGOJ, blockiert.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler ist die Situation von ADI Predictstreet ein klares Warnsignal. Wer in Deutschland legal an Online-Glücksspielen teilnehmen möchte, muss sich unbedingt an Anbieter halten, die auf der sogenannten GGL-Whitelist stehen. Diese Liste der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder enthält alle Online-Casinos und Sportwettanbieter, die nach dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) lizenziert sind. ADI Predictstreet gehört nicht dazu. Das bedeutet, dass deutsche Spieler bei diesem Anbieter keinen rechtlichen Schutz genießen und im Falle von Problemen, wie den geschilderten nicht ausgezahlten Gewinnen oder verzögerten Einzahlungen, kaum rechtliche Handhabe haben. Der GlüStV 2021 hat strenge Regeln eingeführt, darunter ein Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und ein Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Online-Spielautomaten. Auch das zentrale Sperrsystem LUGAS dient dem Spielerschutz. Anbieter ohne GGL-Lizenz umgehen diese Schutzmechanismen bewusst und unerlaubt. Deutsche Spieler sollten sich daher fernhalten und ausschließlich auf Lizenzen aus Deutschland achten, um sicher und reguliert zu spielen.
Was das für GGL-Casinos heißt
Die Ermittlungen gegen ADI Predictstreet durch die GGL unterstreichen die Entschlossenheit der deutschen Regulierungsbehörde, den Glücksspielmarkt zu kontrollieren und illegale Angebote zu unterbinden. Für GGL-lizenzierte Online-Casinos bedeutet dies eine Stärkung ihrer Position. Der konsequente Kampf gegen Graumarkt-Anbieter schafft faire Wettbewerbsbedingungen und signalisiert, dass sich die Einhaltung der strengen deutschen Regeln lohnt. Lizenzierte Betreiber investieren massiv in Spielerschutzmaßnahmen, die Einhaltung von Einzahlungs- und Einsatzlimits sowie die Anbindung an LUGAS. Wenn Angebote wie ADI Predictstreet, die diese Regeln missachten, vom Markt gedrängt werden, stärkt dies das Vertrauen der Spieler in den regulierten Markt und fördert die Attraktivität der legalen, sicheren Spielumgebung. Die GGL setzt hier ein klares Zeichen: Wer in Deutschland Glücksspiel anbietet oder bewirbt, muss eine deutsche Lizenz besitzen und sich an die Gesetze halten.
Häufige Fragen
Welche Vorwürfe werden gegen ADI Predictstreet erhoben?
Kunden von ADI Predictstreet berichten von nicht erhaltenen Preisen bei Ticket-Verlosungen, verzögerten Einzahlungen und mangelhaftem Kundenservice. Diese Beschwerden traten kurz nach dem Start einer Werbekampagne auf.
Warum ermittelt die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) gegen ADI Predictstreet?
Die GGL hat eine Untersuchung eingeleitet, da ADI Predictstreet ohne deutsche Lizenz in Deutschland Werbung betrieben haben soll. Die Marke war prominent auf Bandenwerbung bei Live-Übertragungen zu sehen.
Was ist das Geschäftsmodell von ADI Predictstreet?
ADI Predictstreet operiert im Bereich der sogenannten Prognosemärkte. Bei diesen wird auf den Ausgang zukünftiger Ereignisse gewettet, was in vielen europäischen Ländern als Glücksspiel eingestuft wird.
Wie hat ADI Predictstreet auf die Kritik reagiert?
Ein Sprecher räumte ein, dass die Skalierung der Werbeaktivitäten betriebliche Herausforderungen mit sich brachte und bestimmte Aspekte der Preisabwicklung verfeinert werden mussten.
Was bedeutet die Situation von ADI Predictstreet für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler ist die Situation ein Warnsignal. Sie sollten nur Anbieter nutzen, die auf der GGL-Whitelist stehen, da sie bei Anbietern ohne Lizenz keinen rechtlichen Schutz genießen.
Welche rechtlichen Konsequenzen drohen ADI Predictstreet in Deutschland?
Da ADI Predictstreet ohne deutsche Lizenz Werbung betrieben hat, drohen weitreichende Konsequenzen. Die GGL prüft die Zugänglichkeit der Angebote für deutsche Spieler, was zu Sperrungen führen könnte.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
Alle Artikel von Lisa Lustich →Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
- Redaktionelle Methodik: Redaktionsrichtlinien Lustich.de
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